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14.11.2010 | Markus Muffler
Zufällig habe ich bei unserem Series-Konzert des Portico Quartets am 4.11. im »Waldsee« in Freiburg ein Plakat entdeckt, auf dem stand, dass eine Woche später eine Band namens »The Grande Mothers Re:Invented« in Basel spielen würde. Als großer Fan des Werkes von Frank Zappa löst das Wort »Mothers« natürlich sofort einen erhöhten Ausstoß von Glückshormonen aus, und in der Tat, auf dem Plakat standen die Namen von Napoleon Murphy Brock, Roy Estrada und Don Preston, dreier Musiker also, die alle zu verschiedenen Zeiten Mitglieder einer der besten Bands aller Zeiten waren, den »Mothers of Invention«. Ich machte mich also am 11.11. nach Basel auf, und erlebte ein wunderbares Konzert voller wohliger Nostalgie und unbändiger Spielfreude.
Der Abend begann schon mit einem schier unglaublichen Highlight. Auf dem Gang vor der Toilette des Konzertsaales lief ich Don Preston über den Weg, der ein Gründungsmitglied der Mothers of Invention war und auf legendären Alben wie »Freak Out« oder »Absolutely Free« Frank Zappas Mann für die Keyboards war. Vor mir stand also eine »Ur-Mother«. Ich sprach ihn an und wir unterhielten uns rund 20 Minuten ganz entspannt. Der inzwischen 78-jährige (!) Don erzählte freimütig, wie enttäuscht er von der Streitsucht und Klagewut von Zappas Witwe Gail über die Nutzung der Urheberrechte des Zappa Family Trust ist, von was sich Frank ernährt hat, nämlich »Cigarettes, Coffee, Steak and Icecream«, und dass dies, so Dons Überzeugung, zu Zappas frühem Tod (nicht ganz 53-jährig im Jahr 1993) aufgrund von unheilbarem Prostatakrebs geführt hat. Ach! - und überhaupt - wie er und die anderen Frank vermissten, obwohl dieser seine Musiker eigentlich nie besonders gut behandelte, geschweige denn gut bezahlte.
Doch die Musik lebt weiter. Punkt 20.30h eröffnete »Hungry Freaks Daddy« vom ersten Mothers of Invention Album »Freak Out « (erschienen 1966) die Reise durch die ganz großen Zeiten der Mothers. Neben Don Preston (Keyboards, Gesang, mit FZ von 1964 – 1974), zeigten der großartige Napoleon Murphy Brock (Gesang, Sax, Querflöte, mit FZ von 1974 – 1984), Roy Estrada (Bass, mit FZ von 1964 – 1984), sowie Robbie Mangano (Gitarre) und Christopher Garcia (Schlagzeug, Gesang) die schier unglaubliche Vielseitigkeit und Zeitlosigkeit von Zappas Musik. Solistisch stach ganz besonders der junge Robbie Mangano mit technisch brillanten, zum Teil sehr zappaesken Gitarrensoli heraus. Im ersten Teil der Show gab es sehr viel Material von den ersten Mothers-Alben, wie beispielsweise die sehr witzige Doo-Wop Nummer »The Air« vom Album »Uncle Meat«.
Ein Wehrmutstropfen war der leider sehr schlechte Sound im Basler Sudhaus, unter dem offenkundig nicht nur das Publikum, sondern immer wieder die Musiker zu leiden schienen. Napoleon bat die Tontechnik mehrfach auf humorvolle Weise um eine bessere Abstimmung, bis zum Schluss leider vergebens. Wirklich störend war allerdings die große Unruhe im Publikum, besonders auf der Empore. Dort schien man sich nicht besonders für die Musik zu interessieren. Im Parkett war das besser. Dort genoss ich die zeitlosen Highlights aus den 70ern wie »Andy«, »I’m the Slime« oder »More Trouble Every Day«. Napoleon Murphy Brock meinte gegen Ende des Konzertes, dass wir beim nächsten Stück doch alle mal kurz die Augen schließen sollten, um vielleicht ein Wenig von Franks Geist zu spüren. Ein kleines bisschen hat’s funktioniert, aber nur ein bisschen. In der Tat Don – wir vermissen ihn auch sehr.
AS
20.11.2010 | 14:18
Gehen zu so konzerten, also sogenannte reunions mit greisen an den instrumenten, die nur vom ehemaligen ruhm zappas zehren, wirklich noch viele leute hin? haben die musiker echt noch spass an ihrem job live on stage oder brauchen die alle die kohle? da gucke ich mir lieber junge coverbands mit spass an der freude an.
Fanzine
21.11.2010 | 13:45
Bericht ist doch gut. Konzert war es bestimmt auch. Zappa ist Gott, alles andere ist unwichtig und irrelevant.
21.08.2011
Jan Obri
Bezeichnender Song für meine wieder entdeckte Liebe zu 60s, Soul und R&B...
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Thomas H.: Hallo Markus Muffler, tolles Konzert. Danke fürs möglich machen. Es ist nun Zeit für mehr FZ... [mehr]
Stephan: Hi there, vielen Dank für das wundervolle Konzert gestern abend! Es war ein echtes Vergnügen... [mehr]
RTC: Panzerballett, ja, bei der Band geht auch so einiges [mehr]
Pianow: Wundervoll. Auch hier kann ich nur sagen: Gerne mehr! [mehr]
Pianow: Das ist einer meiner Lieblingspodcasts! Gerne mehr davon :) [mehr]