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27.10.2010 | Dennis Wiesch
Letzten Donnerstag spielte das Vijay Iyer Trio im Waldsee Freiburg. Der Auftritt hatte alles was ein gutes Konzert braucht: eine wundervolle Atmosphäre, eine spiel- und experimentierfreudige Band und ein bunt gemischtes Publikum, bestehend aus wirklichen Fans, Jazzkennern, Musikern, Kulturschaffenden und Studenten der Musikhochschule. Es war beinahe halb eins nachts, als das Trio nach einer Spielzeit von 2 Stunden und 45 Minuten letzten Endes zufrieden und erschöpft die Bühne verließ.
Schon das erste der zwei Sets der Band konnte durch einen fesselnden Spannungsbogen überzeugen. Die erste halbe Stunde spielte die Band durchgängig, die Übergänge zwischen den einzelnen Songs waren fließend. Es war deutlich zu spüren, wie stark das Publikum von der Musik des Trios in ihren Bann gezogen wurde und kaum Zeit zum Luftholen hatte. Ich habe es ganz selten erlebt, dass Musiker auf der Bühne so dermaßen in ihre Musik vertieft waren, ohne sich je darin zu verlieren, wie an diesem Abend. Kurz vor Ende des ersten Sets liefert dann Marcus Gilmore noch ein unglaubliches Schlagzeugsolo ab und entlässt das Publikum in eine kurze Pause.
Mit Beginn des zweiten Sets nimmt das Trio den roten Faden direkt wieder auf. Auch hier hangelt sich das Trio oftmals ohne Atempause von Song zu Song. In einer der wenigen Unterbrechungen dann ein kurzes, für meinen Geschmack leicht abfälliges Gelächter, als Vijay Iyer die nächsten zwei Songs ankündigt. Diese seien von zwei Musikern, die seine Musik und Kompositionen stark beeinflußten: Stevie Wonder und Michael Jackson. Bei welchem Namen nun tatsächlich gelacht wurde, kann man sich bestimmt denken. Als dann aber die Melodie von Jacksons »Human Nature« – auch der Opener auf Vijay Iyers neuem Album »Solo« - erklingt und die intime bewegende Interpretation des Trios zu hören ist, herrscht auf einmal andächtige Stille im gut gefüllten Waldsee. Eine stilvollere und schönere Hommage an Michael Jackson hat es so eher selten gegeben. Entsprechend bewegt und begeistert fällt auch der Applaus nach diesem Stück aus.
Im Verlauf des zweiten Sets wird neben ein paar ganz wenigen Stücken des Soloalbums natürlich viel Material des Erfolgsalbums »Historicity«, aber auch einige Songs von älteren Alben des Trios, in diesem Fall von »Tragicomic« und »Reimagining«, gespielt. Zusätzlich sind einige bisher unveröffentlichte neue Songs, die voraussichtlich auf ihrem nächsten Album auf »ACT« erscheinen werden, zu hören.
Man spürt in jeder Sekunde, dass die Band sich in dieser mit so viel Jazztradition behafteten Location äußerst wohl zu fühlen scheint. »This is a soul castle« merkt Iyer während des Konzerts sichtlich begeistert an. »Ein großes Kompliment gebührt dem Publikum«, berichtet der Pianist mir nach dem Konzert. »Normalerweise spielen wir bei unseren Konzerten wesentlich weniger neues Material, haben uns aber von der Neugier, Offenheit und Intensität des Publikums anstecken lassen und viel Gefallen an Experimenten gefunden. Es war irgendwie spürbar, dass auch die Gäste Spaß und Interessen an Neuem und Unbekannten hatten und das hat uns wiederum inspiriert«.
Seit etwa zehn Jahren spielt das Trio mittlerweile in dieser Konstellation zusammen und gerade durch diese Eingespieltheit herrscht ein beeindruckendes blindes Verständnis auf der Bühne. Gerade diese Routine verleiht den drei Protagonisten zusätzlich die Fähigkeit, auch mal zurück zu stecken um den Mitmusikern viel Raum für Improvisation und mitreißende Soli geben zu können. Unbedingt sei hier noch der Bassist Stephan Crump erwähnt, der ein ums andere Mal durch phänomenale Bassläufe und einen präzisen Groove zu überzeugen wusste. Ein Konzert, das mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.
21.08.2011
Jan Obri
Bezeichnender Song für meine wieder entdeckte Liebe zu 60s, Soul und R&B...
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Thomas H.: Hallo Markus Muffler, tolles Konzert. Danke fürs möglich machen. Es ist nun Zeit für mehr FZ... [mehr]
Stephan: Hi there, vielen Dank für das wundervolle Konzert gestern abend! Es war ein echtes Vergnügen... [mehr]
RTC: Panzerballett, ja, bei der Band geht auch so einiges [mehr]
Pianow: Wundervoll. Auch hier kann ich nur sagen: Gerne mehr! [mehr]
Pianow: Das ist einer meiner Lieblingspodcasts! Gerne mehr davon :) [mehr]