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19.02.2010 | Fiedje
Unser Backstage-Mitglied Fiedje war letztes Wochenende in London und hat in der O2-Arena das Konzert von Jeff Beck und Eric Clapton besucht. Für Between the Beats hat er netterweise einen Konzertbericht verfasst:
Konzert von Jeff Beck & Eric Clapton am 14.02.2010 in der O2 Arena in London:
Beck & Clapton gehören zu den Größten ihrer Zunft, sie sind nicht nur Guitar Heroes, sie sind eigentlich Gitarren Götter. Was brachte der Abend, auf den ich mit Spannung gewartet hatte? Nach viel Bemühen war es mir glücklicherweise noch gelungen, ein Ticket für dieses Konzert zu ergattern. Also ab nach London und hinein in die mit 12.000 Leuten voll besetzte O2-Arena, die sehr gut mit der Jubilee-Line zu erreichen ist.
Beck, wie immer in Kurzarmweste und engen Jeans, wird seinem Status, der einzige Gitarrist zu sein der es mit dem Universalgenie Hendrix aufnehmen kann, voll gerecht. Seine Finger fliegen auf dem Griffbrett hin und her und in Verbindung mit dem Tremolo Hebel an seiner weissen Fender Stratocaster erzeugt er unglaubliche Töne und spielt technisch versierte, unglaubliche Solos. Seine Band (unter anderem Drummer Narada Michael Walden - dreifacher Grammy Gewinner, der mit dem Mahavisnu Orchestra und Weather Report spielte und die Bassistin der Prince Band, Rhonda Smith) war einmalig und sorgte für den fantastischen Background. Dazu gab es die String-Section und zwei Gäste, Sharon Corr an der Violine und die Sängerin Imelda May, die sich hervorragend in die Band einfügten. Neben alten Standards wie z.B. »Freeway Jam« und »Cause we've ended as lovers«, spielte er viele Stücke seiner neuen CD »Emotion & Commotion«, die Mitte April auf Rhino Records erscheinen wird. Dann zum Schluss seines Sets in einer einzigartigen Coverversion »A day in the life« von den Beatles, das war unglaublich und live gespielt noch schöner als auf der CD von seinem Auftritt im Ronnie Scott's. Tosender Applaus in der Arena.
Eric Clapton, der wie immer auf der sicheren Seite spielt, war für mich eine grosse Enttäuschung. Nicht, dass er wieder seine Haare so lang trägt wie zu den Zeiten der unsäglichen Auftritte in der Royal Albert Hall; nein, es war die Musik die im gleichen Standard wie schon vor 20 Jahren vorgetragen wurde. Zu Beginn spielte er alleine auf der akustischen Gitarre, natürlich der »Martin Signature Model Eric Clapton« (klingt nicht neidisch, oder?) mit Blues Standards, wie man sie über die Jahre von ihm gehört hat. Danach kam dann seine Band dazu, unter anderem Chris Stainton und Willy Weeks; und es wurden wieder nur die alten bekannten Klassiker (»Tell the truth«, »Cocaine«, »I shot the Sheriff« ) immer nach dem altbekannten Schema gespielt, einfach gesagt: langweilig und nervend. Mit diesem Tralala ging es bis zum Ende so weiter.
Jeff Beck gesellte sich dann zum Ende hin noch zu Clapton und seiner Band und gespielt wurden alte Blues Standards; Gott sei Dank überließ Clapton den Solo Part des Öfteren Jeff Beck, das war dann doch sehr erfrischend. Zum Schluss dann natürlich »Hi Ho Silver Lining«, Becks Hit, den er eigentlich nie mochte.
Fazit: Die Beiden müssten eigentlich in kleineren Clubs auftreten ( wie das Ronnie Scott's), das würde der Musik gut tun. Arenen wie die O2 in London sind nicht gemacht für derartige Konzerte, ja es gibt den Beifall, aber die Stimmung will einfach nicht so recht aufkommen.
Danke für den informativen Bericht. Da wird man direkt neidisch.
Die Zeiten von Eric scheinen also wirklich langsam vorbeizusein. Irgendwann ist auch mal gut. Jeff Beck muss in der Tat ein Erlebnis sein, die "live at Ronnie Scotts" läuft bei mir immer noch rauf und runter. Beck ist meiner Meinung nach auch ein Gitarrist, der sich immer noch weiterentwickelt und sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruht wie so viele andere.
Inspirion
24.02.2010 | 14:53
zeigt nur mal wieder, wie berechtigt vorurteile gegen zu große und beliebige locations sind. jede musik, kultur, braucht ihren ort.
barca vs. vfbäh spielt auch nicht im bayreuther festspielhaus und sviatoslav richter nicht in der aol-arena.anspruchsvolle musik braucht kleine und authentische orte, der spirit sollte wichtiger sein als der kommerz und ein paar tausend mehr vertickte tickets.
UNd nun mein eigener Kommentar: Heute die neue CD von jeff Beck ' Emotion&Communication erhalten - ein Masterpiece. Interpretationen von Klassik (Benjamin Britton, Puccini) Jazz und Rock mit Jess Stone und der Opernsängerin Olivia Safe - einfach super.
Jon
12.04.2010 | 19:04
Hab mir die Jeff Beck auch gekauft. Auf jeden Fall ne gute CD, nur hatte für meinen Geschmack die Live at Ronnie Scotts mehr Power. Am besten finde ich eh immer noch die Musik der Jeff Beck Group Ende der 60er, Anfang der 70er.
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