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08.12.2009 | Markus Muffler
Beim Eintreten in diese Ausstellung empfand ich so etwas wie Ehrfurcht, wie wenn man Reliquien erstmalig zu Gesicht bekommt, von denen man bisher nur vom Hörensagen etwas mitbekommen hat. Für mich war Miles Davis eine der fünf wichtigsten musikalischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, ein Held, ein Genie, ein kompromissloser Innovator. Ehrfurcht war das richtige Gefühl, wenn man sich diesem Ausnahmekünstler über die vielen Fotos, Original-Notenblätter, Kleidungsstücke, Instrumente oder O-Töne so nähern kann, wie dies in dieser Ausstellung möglich gemacht wird.
Die Macher der Ausstellung um Vincent Bessières inszenierten die Ausstellung aufwendig, wie ein professionelles Konzert, zum Teil mit sehr guten Lichteffekten. Am Eingang bekam man einen Kopfhörer, den man an verschiedenen Soundstationen einstöpseln konnte, um Interviews, Original-Radiosendungen oder Werkbeispiele hören zu können.
Die Ausstellung teilt Miles Davis’ Leben und sein Schaffen in sieben Perioden ein:
Jede dieser wunderbar illustrierten Perioden zeigt die Detailverliebtheit der Ausstellungsmacher. Jede einzelne ist gespickt mit Sammlerstücken aus Privatbesitz, die unter anderem von John Scofield, Marcus Miller, Ravi Coltrane oder Annie Leibovitz zur Verfügung gestellt wurden.
Die Ausstellung hat für ganz besondere Aspekte im künstlerischen Schaffen von Miles Davis separate Räume eingerichtet. Mich hat der »Kind of Blue« - Raum besonders beeindruckt. Hier kann man, während die Original-Takes der Aufnahme mit Kommentaren der Musiker zu hören sind, John Coltranes Tenorsaxophon und Miles Davis’ Trompete betrachten. Für mich war das sehr bewegend. Sehr schön war auch die Darstellung der bunten Aufbruchszeit um »Bitches Brew«. Wer will kann sich während der Aussellung in einem separaten Videoraum verschiedene Konzertfilme mit Miles Davis anschauen und sich entweder daran erinnern, wie ich, oder anderweitig schwelgen.
Nach drei Stunden habe ich die Ausstellung mit einem klitzekleinen Wehrmutstropfen verlassen. Alle Titel der Ausstellungsstücke, wie auch die Untertitel der Filme, der Bildband zur Ausstellung, schlichtweg alles war in französischer Sprache gehalten, absolut nichts in englisch. Schade, dass man sich in der Weltstadt Paris in einer Ausstellung, die eine weltweite Ikone ehrt, diesbezüglich nicht mehr Mühe gemacht hat.
Doch für diejenigen, die kein französisch sprechen, gibt es trotzdem viel zu hören und zu bestaunen. Wer kann sollte die Ausstellung besuchen. Sie läuft noch bis zum 17. Januar 2010.
22.08.2011
Jan Obri
Bezeichnender Song für meine wieder entdeckte Liebe zu 60s, Soul und R&B...
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