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Home > News > Freedom, Rhythm & Sound - Revolutionary Jazz Original Cover Art 1965-83 - Compiled by Gilles Peterson & Stuart Baker
18.01.2010 | Dennis Wiesch
Das englische Label Soul Jazz steht seit mittlerweile mehr als zehn Jahren für qualitativ hochwertige und liebevoll aufgemachte Veröffentlichungen unzähliger Compilations und Alben aus vielen verschiedenen musikalischen Genres abseits des Mainstream. Nun bringt Labelchef Stuart Baker gemeinsam mit der Londoner DJ-Legende Gilles Peterson ein fantastisches Buch auf den Markt.
Aufgemacht im Format einer Vinylscheibe, befasst sich »Freedom, Rhythm & Sound« mit den Plattencovern und der Geschichte des Jazz in Amerika zwischen 1965 und 1983. Allerdings liefert dieses Buch keine Werkschau der üblichen Verdächtigen wie Blue Note, Prestige und Verve ab, sondern konzentriert sich ganz auf die Untergrundbewegung im Jazz, die auch eng mit Black Power und dem Civil Rights Movement verknüpft war.
Die hier tonangebende Musik setzt sich aus Deep-Jazz, Afro-Jazz und spirituellen Klängen zusammen. In dieser Zeit waren es Labels wie Strata-East, Esp-Disk, Flying Dutchman oder Pyramid, die nicht sich, sondern den Künstler in den Vordergrund stellten. »The Artist decides« war die Devise. Hier durften sich die Musiker frei von Druck und Zwängen von Labelbossen und Marketingmaschinerien oder irgendwelchen Vertragsklauseln ganz ihrer Kunst nämlich der Komposition und Entstehung ihrer Musik widmen. Unabhängigkeit, ein zu jener Zeit gerade für das schwarze Amerika hochbrisantes Thema, wurde auf musikalischer Ebene schon weitaus mehr gelebt, als es sozial und politisch denkbar war.
Aber nicht nur die Musik war unabhängig, auch alles andere was mit ihr einherging:
Die Plattencover waren größtenteils handgemalt und in schwarz-weiß mit einfachen Schriften, da auf teure Fotografen und Designer teils bewusst, teilweise aber auch aus finanziellen Gründen, verzichtet werden musste. Die Alben wurden auf Konzerten, aus Kofferräumen, auf Kommission oder per Post verkauft und Musiker haben sich zu neuen Kollektiven, wie zum Beispiel der »Association for the Advancement of Creative Musicians« (AACM), die auch beispielhaft in diesem Buch beschrieben wird, zusammengeschlossen. Ein großer Vorteil dieser Unabhängigkeit war natürlich auch die Wahrung der Rechte an den eigenen Musikstücken.
Die in »Freedom, Rhythm & Sound« aufgeführten Cover spiegeln mit ihrem Design genau das Gefühl dieser Zeit wieder. Mit vielen interessanten Hintergrundinformationen zu den schon oben genannten Labels und einflussreichen Künstlern wie Sun-Ra, Don Cherry, Weldon Irvine, Pharaoh Sanders, Gil Scott-Heron, Archie Shepp, Ornette Coleman, Albert Ayler oder dem Art Ensemble Of Chicago ist dieses Buch eine Art historisches Archiv und eine spannende Geschichtsstunde der Entwicklung afro-amerikanischer Jazzmusik.
Besonders herausheben möchte ich unbedingt das Albumcover von »Cosmic Music«, ein Werk von John und Alice Coltrane. Faszinierend dabei ist für mich, dass das Bild eigens von John Coltrane entworfen und gemalt und in dieser Art nur in einer kleinen Auflage auf Coltrane Records, ein Label das Alice Coltrane nach Johns Tod gegründet hat, erschienen ist. Später wurde es dann auf Impulse Records mit einem leider etwas »professionellerem« Cover wiederveröffentlicht.
So darf es in Zukunft auf »Soul Jazz« gerne weitergehen!
Zu dem Buch gibt es übrigens auch eine Doppel-CD und Doppel-Vinyl Part 1 & 2 mit vielen großartigen Songs aus der Ära!!
super Artikel! Sehr informativ und erfrischend. Weiter so....
tja, da kann man viel lernen. Interessanter Artikel, gut geschrieben, freue mich schon auf den nächsten.
Die Musik ist auch vom aller Feinsten!!!
Es ist toll, daß es noch solche Enthusiasten wie die Leute von Soul Jazz Records und auch Euch gibt
Ich war letztes Wochenende in London und habe in dem tollen Laden 'Sounds of the Universe ' in der Broadwick Street die CD mit gleichem Titel erworben. Super Musik und übrigens auch nen toller Laden, typisch auch für Soho.
Jonas
17.02.2010 | 11:23
Wenigstens gibt es in London überhaupt noch Plattenläden.
Sounds of the Universe gehört, so viel ich weiss, zu dem Label Soul Jazz.
In soho gibt es noch einige Vinylschätze. dennis hat mich mal in "Vinyl Junkies" mitgenommen, nicht weit von sounds of the universe. Ein toller Laden! Soviel enthusiasmus!
Dem kann ich nur zustimmen; da bin ich auch gelandet und toll, was die so aif die Beine gestellt haben.
Jon
13.03.2010 | 18:48
Hab mir das Buch vor kurzem der Vollständigkeit halber auch noch zugelegt. Wirklich super aufgemacht und informativ. Die CDs dazu sind auch top.
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Dennis Wiesch
Eines der prägendsten Piano-Jazz-Stücke ever! Monk in Hochform.
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