Passwort vergessen? Klicke hier
09.11.2009 | Dennis Wiesch
Gerade im Jazz ist es meistens sehr schwer, eine Übersicht aller Alben zu bekommen, auf denen der jeweils gesuchte Künstler vertreten ist. Viele Musiker waren und sind Mitglieder eines kleinen Ensembles oder Trios, tauchen in den Credits auf, aber nur selten bei den Interpreten.
Dieses ist selbst bei bekannten Jazzern nicht anders. Es ist beinahe unmöglich, wirklich jede Veröffentlichung herauszufinden. Auch bei Miles Davis, dem vielleicht wichtigsten, aber bestimmt einflussreichsten Jazzmusiker aller Zeiten ist das nicht anders.
Vor allem in seinen Anfangsjahren war er an vielen Produktionen beteiligt, die nicht unter seinem Namen laufen.Jörg Konrad nun hat sich die Mühe gemacht, jedes der 86 Alben, an denen Davis irgendwie beteiligt war, in einem Buch aufzulisten. Bei dem Verlag Bärenreiter erschienen, fasst das knapp 200 Seiten starke Buch in sieben Kapiteln jede offizielle Veröffentlichung und jeden darauf befindlichen Titel einzeln benannt und beschrieben, zusammen. Bootlegs und posthum erschienene Alben sind nicht enthalten.Wer nun eine stumpfe Auflistung aller Werke erwartet, sieht sich getäuscht.In eine auf die wichtigsten Fakten reduzierte Biografie über die Karriere und das Leben von Miles Davis ist die interessant verpackte und vielschichtige Diskografie von Konrad eingewoben worden.Die Einleitung beinhaltet eine kurze Beschreibung von Miles Anfängen bis 1945 und beschreibt den damaligen Zustand der Jazzmusik. Der Hype um die Swing Musik ist mittlerweile abgeflaut und langsam aber sicher steigt der Bebop auf.Der Aufbau der einzelnen Kapitel verläuft im Grunde chronologisch zu seiner musikalischen Karriere und ist in die wichtigsten Eckpunkte aufgegliedert. Oftmals sehr präzise wird hier beschrieben, wann und warum Miles in welchen Formationen spielte, wie es überhaupt dazu kam, welche Platten auf welchem Label veröffentlicht wurden, welche Musiker noch mitwirkten und wie die Aufnahmen verlaufen sind. Das umfasst ebenso die Anfänge mit Charlie Parker, die Zusammenarbeit mit Sarah Vaughan im Jahre 1950, die legendären Quintett-Jahre Mitte der 50er Jahre, die Aufnahmen zu “In A Silent Way” mit John McLaughlin und Joe Zawinul 1969, aber auch Soundtrackproduktionen unter der Regie von Marcus Miller in den späten 80er Jahren (wie z.B. für den Film “Siesta”).Im ganzen Buch tauchen regelmäßig Zitate von Miles selbst, aber auch von anderen Künstlern und Webbegleitern auf und am Rand der einzelnen Seiten gibt es in kleinen Kästen Kurzinformationen über andere wichtige Musiker in seinem Leben wie Sonny Rollins, Chet Baker und Keith Jarrett, aber auch Definitionen prägnanter Musikstile, Musikbegriffe, Festivals oder Instrumente.Die einzelnen Kapitel tragen jeweils die Namen seiner, der jeweilige Zeit zugeordnet, bedeutendsten Alben (“Birth Of The Cool”, “Kind Of Blue”, “E.S.P.”, “Bitches Brew”, “Water Babies”, “The Man With The Horn”).Eine Literaturliste, Verzeichnis der aufgeführten Alben sowie ein Songregister beschließen das gut lesbare Buch.Sicherlich ist dieses Buch nicht unbedingt für den wahren Fan geeignet, dessen Bücherregal schon überquillt vor lauter Lektüre über den Mann mit dem Horn. Aber gerade für Leute, die erstmals in den Kosmos Miles Davis eintauchen wollen, ist es bestens geeignet und ein gutes Nachschlagewerk.Dieses Buch gibt es bei Amazon: Buch kaufen
22.08.2011
Jan Obri
Bezeichnender Song für meine wieder entdeckte Liebe zu 60s, Soul und R&B...
Möchtest Du unseren Newsletter erhalten?