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20.05.2011 | Jan Obri
Illt – das ist in der Sprache der Sami, die in Schwedens äußerstem Norden eine sprachliche Minderheit bilden, das Wort für Schmerz. Und genau dieses Wort haben sich Amber Oak als Namen für ihr lang angekündigtes Debutalbum ausgesucht. Ein passender Titel für eine melancholische und streckenweise sogar düstere Platte.
Woher die vier Herren Anfang 20 diesen allumfassenden Weltschmerz nehmen, der sich in ihrer Musik bemerkbar macht, ist allerdings ein Rätsel. Nach ihrer Gründung im Jahre 2008 und dem Erscheinen ihrer ersten EP Your Missing Piece, verzeichnete die junge Band einige Achtungserfolge, beispielsweise mit ihrer erstem Single Audrey, die in den großen schwedischen Radiostationen rauf und runter gespielt wurde.
Es folgte der Vertrag bei einem kleinen aber etablierten Indielabel in ihrer Heimatstadt Skellefteå, sowie gut besuchte kleinere Touren durch Schweden. Außerhalb ihres Heimatlandes blieben sie weitestgehend unbekannt, und daran dürfte sich auch mit dem Erscheinen ihres Debutalbums Illt leider nur wenig ändern. Ein großartiger Geheimtipp sind die Schweden aber allemal. Allein wegen ihrer ersten Singleauskopplung Words lohnt sich der Kauf dieser Platte. Melancholisch trifft auf tanzbar, eingängige Melodien treffen auf gut durchdachte Texte, alles getragen von der ungewöhnlichen Stimme des Sängers Jonathan Eriksson.
Es ist nichts bahnbrechend Neues was der geneigte Hörer vorgetragen bekommt, aber Amber Oak schaffen es aus verschiedenen Einflüssen und Referenzkünstlern völlig neue Nuancen zu erschaffen. Stellenweise komplex und frickelig, doch auch sehr eingängig und bei einigen Songs des Albums definitiv mit einer Ohrwurmgarantie. Textlich klingt in vielen der Songs eine gewisse Naivität durch, die sich jedoch durch die Jugend der Bandmitglieder schnell verzeihen lässt. Genau wie die düstere Grundstimmung der Platte. Wer in einer Gegend lebt, in der es immerhin die Hälfte des Jahres dunkel und kalt ist, kann wahrscheinlich nur schlecht fröhliche Lieder über Sonnenschein und Schmetterlinge auf dem Marimbaphon komponieren. Doch der nächste graue Herbsttag kommt bestimmt, und spätestens dann wird diese Platte Pflicht für jeden Musikliebhaber.
Es bleibt abzuwarten was man von den vier jungen Schweden noch zu hören und zu sehen bekommt, doch Illt macht Lust auf mehr.
Geschrieben von Jule Markwald
22.08.2011
Jan Obri
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