Passwort vergessen? Klicke hier
13.03.2011 | Jan Obri
Nach zweiwöchigem Hören kann ich mich noch immer nicht entscheiden, in welche Richtung dieses Album gehen soll. Anfangs war ich schwer begeistert: Ist es so weit? Die Synthie-Electro-Pop Kombo Cut/Copy aus Melbourne, fünfter Kontinent, traf bei meinem Electrogeschmack sowas von zielsicher ins Schwarze, dass ich vor Euphorie kaum zu bremsen war.
»Zonoscope« erschien am 11. Februar diesen Jahres und ist der Nachfolger von »In Ghost Colours« (2008). Bereits vor Release musste ich jedem Halbinteressierten erzählen, welche kitschigen aber trotzdem geradlinigen Sounds meinen schon längst über Bord geworfenen Vorurteilen über elektronische Musik den endgültigen Dolchstoß verschafften. Davon bin ich nach wie vor überzeugt, doch erkannte ich beim xten Mal hören des Albums auch die Schwächen, die ich in meiner Euphorie bereitwillig unter den Tisch fallen ließ.
Die Platte beginnt dramaturgisch optimal umgesetzt, indem sie mit dem New-Order-verdächtigen Tanzflächenbrett par excellence »need you now« um die Ecke schießt und dieses Level über das erste Drittel des Tonträgers bis »pharaohs & pyramids« konstant hoch leben lässt.
In der Folge kann »Zonoscope« nicht halten, was es doch immerhin über vier Tracks großspurig ankündigt: Es ist kein gutes Gesamtwerk. Mit »this is all we've got« und »alisa« blitzt noch einmal auf was einen wohl erwarten kann, wenn man Cut/Copy einmal live sehen wird. Elektropop mit Gitarre und Schlagzeug, ja Danke! Für nichts zu schade, auch mal mit Anspielungen auf längst vergessene Britpoptonspuren á la Stone Roses zurückgreifen und das Ganze ausfransen lassen.
Doch wieder kann das Niveau nicht gehalten werden und das Album verschwindet für zwei Tracks in zweifelhafter Ungenauigkeit. Zum Finale »sun god« hingegen wird dann noch einmal alles ausgepackt, was Cut/Copy zu bieten haben – glaubt man... über 15 Minuten erwartet der Hörer eine in jedem Moment eintretende Explosion mit mehrfachem Klimax bevor sich das Stück zur Hymne entpuppt und dann im Glanze seiner selbst zum Ende kommt. Was in Wirklichkeit passiert, ist – nüchtern formuliert – wenig spannend. Schade, denn »Zonoscope« hat definitiv gute Ansätze und meiner Meinung nach mindestens fünf bis sechs großartige Tracks, aber reicht das? Ich fürchte nein, aber zu diesem endgültigen Eingeständnis bin ich wahrscheinlich erst nach noch öfterem Hören bereit... was wiederum für die Platte spricht.
21.08.2011
Jan Obri
Bezeichnender Song für meine wieder entdeckte Liebe zu 60s, Soul und R&B...
Möchtest du unseren Newsletter erhalten?
Thomas H.: Hallo Markus Muffler, tolles Konzert. Danke fürs möglich machen. Es ist nun Zeit für mehr FZ... [mehr]
Stephan: Hi there, vielen Dank für das wundervolle Konzert gestern abend! Es war ein echtes Vergnügen... [mehr]
RTC: Panzerballett, ja, bei der Band geht auch so einiges [mehr]
Pianow: Wundervoll. Auch hier kann ich nur sagen: Gerne mehr! [mehr]
Pianow: Das ist einer meiner Lieblingspodcasts! Gerne mehr davon :) [mehr]