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11.02.2011 | Dennis Wiesch
Es gibt Musikgenres, dessen Herkunft, Verbleib und Authentizität mühelos einem ganz bestimmten Land zugeordnet werden können. Die Amerikaner scheinen ganz gut darin zu sein, diesen Titel für diverse Musikstile für sich beanspruchen zu können. Swing und Jazz zum Beispiel, oder der klassische Rhythm and Blues und Disco. Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen, aber klingt nicht vieles noch eine Spur ehrlicher, realer und ist mit mehr historischen Referenzen ausgestattet, wenn es wie in diesen Fällen von einem amerikanischen Künstler stammt?
Ein weiteres Genre, das eindeutig dieser Tatsache zuzuordnen ist, ist die Folk Musik. Die Liste der wegweisenden Künstler ist endlos, als Beispiele reichen an dieser Stelle sicher die Erwähnung von Woody Guthrie, Bob Dylan, Donovan und Crosby, Stills & Nash.
Aber auch in der jüngeren Vergangenheit haben regelmäßig junge Bands die Tradition kreativer und qualitativer Folkmusik fortgeführt. Findlay Brown wäre so ein Kandidat, genau so wie die Fleet Foxes und Mumford & Sons, oder – was den kommerziellen Erfolg betrifft - das Album »Raising Sand« von Alison Krauss und Robert Plant aus dem Jahre 2007, welches gleich fünf Grammys gewinnen konnte; und natürlich Iron & Wine!
Der Kopf hinter Iron & Wine heißt Samuel Beam, stammt aus South Carolina und ist 36 Jahre alt. Vor wenigen Wochen ist sein viertes Album mit dem Namen »Kiss Each Other Clean« erschienen. Zu Beginn seiner Karriere schrieb, produzierte und spielte Beam seine Songs im Alleingang ein. Seine erste Platte »The Creek Drank The Cradle« aus dem Jahre 2002 ist so entstanden und sorgte direkt für Vergleiche mit Elliott Smith, Neil Young und Nick Drake. Seinen Weg setze Beam auf den folgenden Alben eindrucksvoll fort, holte sich hierfür aber Unterstützung von Gastmusikern, wie unter anderem von Joey Burns und Paul Niehaus von der Band Calexico.
Für sein neuestes Werk hat sich der mittlerweile in Florida lebende Vollblutmusiker gute vier Jahre Zeit gelassen und nun ein gereiftes sowie vielfältiges Album vorgelegt. Die zehn Songs auf »Kiss Each Other Clean« zeugen nur so von Beam’s Kreativität und Spielfreude und stimmen hier und da auch mal nachdenkliche Töne an.
Seine Liebe zu traditioneller Folkmusik schimmert vor allem in dem schönen Stück »Half Moon« durch, gelegentlich wird sogar der Funk ausgepackt, wie auf »Big Burned Hand« gut zu hören ist und im letzten Stück »Your Fake Name Is Good Enough For Me« geht es auch mal etwas rockiger zur Sache. Ansonsten viel Gitarre, schöne Arrangements, gefühlvolle Harmonien, ein dezenter Background-Chor, ein wenig Hammond B3 sowie experimentelle Keyboardklänge, Glockenspiel, hier und da ein ordentlicher Bläsersatz und fertig ist Folkmusik für das Jahr 2011, die getrost als Maßstab für alles, was da in Zukunft noch so kommen mag, angesetzt werden darf.
21.08.2011
Jan Obri
Bezeichnender Song für meine wieder entdeckte Liebe zu 60s, Soul und R&B...
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