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27.01.2011 | Dennis Wiesch
Endlich ist es da, das neue Album von Isolée. Beinahe sechs Jahre hat sich Rajko Müller, der sich hinter diesem Synonym verbirgt, Zeit gelassen, seiner großen Fangemeinde sowie generell Liebhabern elektronischer Musik seinen neuesten Geniestreich zu präsentieren.
Zu was für Leistungen dieser Mann imstande ist, hat er mehr als eindrucksvoll auf seinen ersten beiden Alben »Rest« und »We Are Monster« sowie unzähligen 12 Inch Releases bewiesen. Beide Longplayer sind auf dem Frankfurter Label »Playhouse« erschienen, für sein neuestes Werk hat er sich eine neue Heimat gesucht und bei DJ Koze’s relativ frisch gegründetem Hamburger Label »Pampa« auch gefunden.
Hier kommt zusammen, was eigentlich schon immer zusammengehört hat. Beide, also DJ Koze und Isolée, eint die Affinität zu Experimenten und nonkonformen Klängen, zu versetzten, fast schon aus dem Ruder laufenden Beats und eigenwilligen Samples. Beide setzen mit ihrer Musik regelmäßig ein Zeichen gegen Langeweile im Club und auf den Tanzflächen und fordern die Zuhörer mit ihren Produktionen bewusst heraus.
Auch auf »Well Spent Youth« setzt Rajko Müller diesen Weg konsequent fort. Nur wenige Songs (»Taktell«, »Thirteen Times An Hour«, »One Box«) sind offensichtlich für den Club geeignet, viele Stücke sollten eher auf der heimischen Anlage genossen werden. Isolée macht Musik, auf die man sich einlassen muss und die für die Ewigkeit bestimmt ist; ihm widerstrebt der Gedanke an eine stumpfe Bassdrum und funktionale Clubmusik, an die sich nach zwei Monaten eh niemand mehr erinnern kann.
Sein erstes Album »Rest« klingt heute noch genau so frisch wie bei seinem Erscheinen 1999. Und wer erinnert sich nicht an seinen Überhit »Beau Mot Plage«, ein mittlerweile 13 Jahre alter Song, der die 00er Jahre scheinbar mühelos überlebt zu haben scheint? Und genau an diese Frische, dieses Neue, in der es viel zu entdecken gibt, schließt „Well Spent Youth“ mühelos an, ohne dabei auf der Stelle zu treten. Isolée lebt in seiner ganz eigenen musikalischen Welt und entwickelt sich und seine Klangwelten stetig weiter. Die Synergie, die durch den Labelwechsel entstanden ist, trägt ihr Übriges dazu bei. Bereits jetzt schon ein heißer Kandidat für meine Liste der Lieblinge des Jahres!
21.08.2011
Jan Obri
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