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03.02.2011 | Dennis Wiesch
Nicolas Jaar darf sicherlich zu einer der aufregendsten und talentiertesten Entdeckungen des Jahres 2010 gezählt werden. Selten wurde die elektronische Musikszene, egal ob DJs, Journalisten oder Fans, so in Aufregung versetzt, wie durch die Veröffentlichungen des gerade mal 20 Jahre alten Wunderkinds.
Mit Songs wie »A Time For Us«, »Marks« oder »Love You Gotta Lose Again« setzte der aus New York stammende Jaar neue Maßstäbe und machte gleichzeitig Zeitlupenhouse, also Musik mit relativ wenig Beats per Minute (BPM), wieder salonfähig. Und das mit einer Konsequenz und Konstanz, die fast schon beängstigend ist. Nun ist nach langem Warten endlich sein Debütalbum »Space Is Only Noise« erschienen, auf dem er seinen letztes Jahr beschrittenen Weg kontinuierlich weitergeht.
Die Beats bilden das Gerüst seiner Songs, werden aber durch eine Unmenge an Samples unterschiedlichster Herkunft angereichert. Ob Geräusche aus der Natur, karibische Klänge oder disharmonische Saxophontonfolgen, Jaar vereint die verschiedensten musikalischen Motive zu einem großen Ganzen und wendet sich dabei ab und an auch dem Blues zu.
Über dem kompletten Album schwebt eine verzaubernde Melancholie, die den Zuhörer noch tiefer in die fantastischen Klangwelten des Amerikaners eintauchen lässt. In vielen Songs, wie die sicherlich zu den Höhepunkten von »Space Is Only Noise« zählenden »Too Many Kids Finding Rain In The Dust«, »Keep Me There« und »Problems In The Sun« spielt Jaar seine ganze Klasse aus: Er scheint sich bewusst viel Zeit dafür zu nehmen, die einzelnen Songs langsam aufzubauen, nach und nach immer weitere Klangfarben hinzuzufügen, bis sie sich dem Hörer urplötzlich in ihrer vollen Schönheit entfalten und ihn nie mehr loslassen möchten. Geschickt flechtet Nicolas hier und da auch Vocalfetzen, bevorzugt auf Französisch, in die Stücke ein.
Nicolas Jaar erzählt mit den 14 Songs auf diesem Album eine Geschichte und man möchte ihm immer weiter zuhören. Zudem beschleicht einen das Gefühl, nicht sofort alles entdeckt zu haben. Also, beim ersten Anhören den CD-Player direkt auf Repeat stellen und die (Entdeckungs-) Reise kann gleich wieder von vorne beginnen.
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