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05.08.2010 | Dennis Wiesch
Florian Keller darf wahrlich als DJ-Urgestein und King of Funk bezeichnet werden. Seit 1993 veranstaltet er in München diverse Clubnächte und bereist für seine DJ-Gigs Orte auf der ganzen Welt. Ob London, Kiew, Tokio, San Francisco oder Dubai, der Mann war wirklich schon überall. Durch seine exzellente Musikauswahl, sein tief verwurzeltes Wissen über die Funkmusik und seine Auswüchse, sowie atemberaubende DJ-Skills hat sich Keller nicht nur in der Szene einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet.
Auf der neuesten Ausgabe finden sich erneut viele Raritäten und Schätze, die größtenteils vermutlich nur dem hart gesottenen Plattensammler und Funk-Fan ein Begriff sein könnten. 59 Minuten geballter Funk in all seinen Facetten ist hier vertreten.
Ob mit lateinamerikanischem Einschlag (Bronx River Parkway), leicht bluesig (Quiller), poppig (Gizelle Smith), rockig (Bo Kirkland & Ruth Davis), leicht psychedelisch (Nazz) oder mit einem Boogie-Einfluss und Rap-Einlagen (Special Touch) versehen, die große Variabilität ist erstaunlich und macht diese CD zu einem wahren Erlebnis und einer weiteren Lehrstunde aus dem Hause Keller.
Und dafür scheint der Münchener DJ auch in den hintersten Ecken seiner Plattenregale gesucht zu haben. Denn die rohen Perlen, die er hier ans Tageslicht befördert hat, sind teilweise nur sehr schwer zu findende Songs und 7 Inches.
Dazu gehört sicherlich der nigerianische Interpret Dizzy K. Falola mit dem Song »Take it to the DJ« aus dem Jahr 1982, oder Gino Dentie und Nazz, beide aus den 70er Jahren. Aber auch neue Songs, die vom Stil her aber auch vor 30, 40 Jahren hätten entstehen können, sind hier zu finden. Gizelle Smith und Bronx River Parkway, beide Songs sind nicht älter als vier Jahre, sind hier als gute Beispiele zu nennen. Erstaunlich, dass die großen Jahresunterschiede weder von der Soundqualität noch von der Produktionsweise her herauszuhören sind. Das beweist mal wieder, wie zeitlos der Funk eigentlich ist.
Toll auch der Song »2001« vom Mickey Erbe Orchestra. Das Original ist »Also sprach Zarathustra«, geschrieben von Richard Strauss und ist 1972 äußerst erfolgreich von Eumir Deodato interpretiert worden. Einer meiner Favoriten ist Gino Dentie’s »Movin’«, im Original von der Brass Construction 1975 veröffentlicht worden, hat Dentie es nur ein Jahr später nachgespielt, ohne das Original stark zu verändern und es vielleicht noch mit einem Tick mehr Leben zu füllen.
»Party-Keller Vol.3« hat alles was eine gute Funk-Compilation braucht: Bläsersätze, prägnante Disco-Funk Basslines, perkussive Elemente, slappende Bässe, Wah-Wah Gitarren und gelegentlich auch unwiderstehliche Gesangseinlagen. Ich freue mich jetzt schon auf den vierten Teil. So kann der Sommer weitergehen!
21.08.2011
Jan Obri
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