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25.06.2010 | Dennis Wiesch
Detroit’s finest Soulboy Dwele beglückt uns dieser Tage mit einem neuen Album. »W.ants W.orld W.omen« heißt es und ist mittlerweile das vierte Album des Sängers, Produzenten, Multi-Instrumentalisten (Klavier,Trompete, Gitarre, Bass) und Songschreibers.
Ich weiß noch genau, wie vor knapp zehn Jahren eine Demo-Version seines Debütalbums »Subject« in den entsprechenden musikalischen Kreisen von Jazzanova, Gilles Peterson und Co. die Runde machte und wirklich jeden, der in den Genuss der teilweise noch sehr roh klingenden Songs kam, zum ausflippen brachte. »Der neue Marvin Gaye«, »der neue Stevie Wonder«, ich weiß gar nicht mehr was alles für Superlative herangezogen wurden, um die Qualität dieses Sängers und dieses Albums auch nur annähernd zu beschreiben. Der neue Soulstar, den bisher nur wirklich eingefleischte Fans durch den Song »Tainted« von Slum Village kannten, schien geboren. Der Underground bebte und jubelte vor lauter Entzückung.
Nach endlosem Warten erschienen die Songs dann endlich offiziell bei einem Major. Leider gab es nur ein Problem, denn genau diese Demoversion hat es in dieser Form nie auf das dann tatsächlich zwei Jahre später erschienene Album »Subject« geschafft. Vieles klang letzten Endes doch etwas zu glatt gebügelt und viele Skizzen und fertige Songs tauchten gar nicht erst auf. Was sicherlich auch auf nicht geklärten Musiksamples basierte. All die Enttäuschung und vermutlich auch die fast nicht endende Vorfreude verwischten beinahe die Tatsache, dass das Album in seiner finalen Version trotz alledem ein wahres Meisterwerk geworden ist. Soul as good and true as Soul can be!
In den Jahren danach war Dwele, der mit richtigem Namen Andwele Gardner heißt, auch alles andere als untätig, nur konnten die Nachfolger alle nicht so ganz an sein Erstlingswerk anknüpfen. Aber manchmal will gut Ding bekanntlich ja Weile haben und so macht »W.ants W.orld W.omen« endlich genau da weiter, wo »Subject« damals aufhörte.
Entdeckt wurde der mittlerweile 32 Jahre alte Dwele ursprünglich von Detroits Ausnahme-HipHop-Produzenten J Dilla alias Jay Dee (RIP) und machte in den 90er Jahren eine ordentliche Karriere in der amerikanischen HipHop- und R’n’B-Szene. Gerade durch Kollaborationen mit Slum Village, Raphael Saadiq, Common und Kanye West – um nur einige zu nennen – sorgte er für erste Aufmerksamkeit. Zu seinen großen Einflüssen zählt Dwele vor allem das Motown Label, Marvin Gaye, Miles Davis, Stevie Wonder, Freddie Hubbard und Donny Hathaway, was auch in beinahe jeder Minute seiner Musik durchschimmert.
Da macht auch sein neues Album keine Ausnahme. Stark vom Jazz beeinflusste Soul-Musik ist ganz klar die Devise. Als Fundament aller Songs dienen prägnante und fett produzierte HipHop-Grooves, die das Album vom Sound her in die heutige Zeit transportieren. Mit wesentlich dezenteren Beats hätte das Album auch locker in den 70er Jahren erscheinen können. Dwele macht keinen Hehl daraus, dass der HipHop eine große Inspirationsquelle für ihn darstellt. Insgesamt enthält »W.ants W.orld W.omen« alles was eine gute Soulplatte heutzutage ausmacht: warme Chords, Streicher, Beats, Jazz-Samples und eine gehörige Portion Coolness und Cheesyness. Spätestens wenn seine warme unglaublich gefühlvolle Stimme sich zu den Songstrukturen und Harmonien gesellt, sind die Songs perfekt. So simpel kann es manchmal sein.
Oder wie das »Essence«-Magazin in der Pressemitteilung so schön schreibt: »Wenn Dwele singt, hören die Leute einfach nur noch zu. Jeder der ihn einmal gehört hat, wird nicht von sich weisen können, auch von seinen Gesangsqualitäten gefangen genommen zu sein«.
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