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13.05.2010 | Dennis Wiesch
1980 war das Jahr, in dem Disco seinen kommerziellen Höhepunkt gerade hinter sich gelassen hatte. Durch Bands und Künstler wie Donna Summer, Chic, die Bee Gees und viele weitere war Disco aus den Charts gar nicht mehr wegzudenken. Alle wollten Disco, und jeder bekam Disco. Selbst große internationale Popgrößen ließen sich stark von diesem Sound beeinflussen. Nun gab es aber den amerikanischen Radiomoderator Steve Dahl, der nie einen Hehl daraus machte, diese Musik regelrecht zu verachten.
So gründete er die Initiative »Disco Sucks« die dann schließlich in der »Disco Demolition Night« gipfelte, als Tausende aufgebrachte Anhänger Dahls im Baseballstadion der Chicago White Sox haufenweise Disco-Schallplatten verbrannten. Und im Handumdrehen war Disco aus der Wahrnehmung der breiten Öffentlichkeit verschwunden, die Szene und der Underground allerdings lebten weiter.
Ein Mann, der schon weit vor dem großen Disco-Hype aktiv war und viele sehr prägende Alben wie »A Tear To A Smile«, »He’s Coming« und den Soundtrack zu dem Film »Coffy« veröffentlichte, ist Roy Ayers. Dieser ließ sich selten von irgendwelchen Trends beirren, er blieb sich treu und ging seinen eigenen Weg. Die Wurzeln des 1940 in Los Angeles geborenen Roy Ayers liegen glasklar im Jazz und Funk und er selbst erarbeitete sich einen Ruf als fantastischer und äußerst gefragter Vibraphonist und Sänger. Seine bekanntesten und erfolgreichsten Songs sind »Love Will Bring Us Back Together«, »Running Away«, »We All Live In Brooklyn Baby« und »Everybody Loves the Sunshine«, ein Lied dass reflexhaft jedes Frühjahr beim Aufkommen der ersten Sonnenstrahlen von Musikfans aller Welt aus der Kiste gezogen wird – wir gehören übrigens auch dazu, hört nur in unseren Radio Podcast 011 »Freistil die Dritte«
Neben seinen eigenen Alben begann Ayers im Laufe der 70er Jahre auch Musik für andere Künstler zu produzieren. Zu einem seiner meist beachteten Projekte gehört definitiv das über viele Jahre nur schwer aufzutreibende Album »Ladies Of The 80s« von den Eighties Ladies. Entstanden ist dieses vor genau 30 Jahren, gilt als sehr wegweisendes Album und ist garantiert eines der meistgesuchten seiner Zeit. Auf diversen Onlineportalen erzielte es bis zuletzt astronomische Summen. Erschienen ist es damals auf Ayers’ eigenem Label »Uno Melodic Records«. Nun ist dieses Album endlich wieder veröffentlicht worden, verantwortlich dafür zeichnet sich der Soul Jazz-Ableger »Universal Sound«.
Die Eighties Ladies sind eine vierköpfige Band mit großen Gesangstalenten wie Susan Beaubian, Marva Hicks, Vivian Prince, Denie Corbett & Sylvia Striplin. Das acht Song starke Album zeigt das weite musikalische Spektrum Roy Ayers’ und enthält diverse Boogie-Knaller wie den großen Hit »Turned On to You«, die Hymne »Tell Him« oder den Opener »Ladies of the Eighties«, aber auch gefühlvolle Balladen wie »He Is Mine Forever« und »Sing Me«. Die großartigen Stimmen der fünf Sängerinnen kommen voll zur Geltung und verursachen ein ums andere Mal Gänsehaut. Da kann auch getrost auf den Inhalt der wenig tief schürfenden Lyrics verzichtet werden, aber mal ernsthaft gefragt: war das bei Disco je anders, handeln doch mindestens 90% aller Songs aus dem Genre von Love, Peace und Happiness? Mit diesem Album festigt Roy Ayers seinen Status als einer der größten Funk- und Soulmusiker unserer Zeit und man darf Universal Sound zu der Entscheidung, dieses Album erneut zu veröffentlichen, nur gratulieren!
22.08.2011
Jan Obri
Bezeichnender Song für meine wieder entdeckte Liebe zu 60s, Soul und R&B...
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