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26.04.2010 | Markus Muffler
Mit seinem aktuellen Album »Egis« (erschienen 2010 bei Herzog Records) ist dem Keyboarder und Trompeter Sebastian Studnitzky und seinem Trio mit Paul Kleber am Bass und Sebastian Merk am Schlagzeug ein sehr vielschichtiges Album gelungen, das es schafft den schwierigen Spagat zwischen Jazz und ebenso spannenden Bereichen wie Electronica oder beispielsweise Trip-Hop sehr souverän zu meistern.
»Egis« klingt sehr klug arrangiert und trotz der dominierenden Midtempo- bis Slownummern, überhaupt nicht wie viele der oft sehr beliebig daherkommenden Produktionen, die sich in pop-artige Grenzbereiche vorwagen.
Sebastian Studnitzky ist ein vielseitiger und, wie ich finde, sehr experimentierfreudiger Musiker. Ganz besonders deutlich wird dies beim Titelstück der CD, in dem sich Tempowechsel, ungewöhnliche Percussion und sehr spannende elektronische Einflüsse harmonsich ergänzen. Studnitzkys Hang zu Electronica wird im unmittelbar anschließenden Stück »Moskau« noch deutlicher. An der Trompete zeigt er dort, wie es funktionieren kann, wenn man meditative, ja fast schon psychedelische Sounds mit sehr dezenten Mitteln kreiert.
Keines der Stücke klingt wie das andere, und das ist es, was diese Scheibe so spannend macht. Als Hörproben besonders empfehlen möchte ich neben den bislang genannten Tracks noch »Fugato« und »Dizzy Days«. Mein Lieblingsstück auf der CD ist allerdings das Stück »Abend«, eine wunderbare Slownummer, die bei mir derzeit rauf und runter läuft. Sehr schöne, fast bluesige Harmonien mit punktierten Improvisationen Studnitzkys. Dieses Stück ist mein Soundtrack für den Frühling. Man schließt die Augen und kann den Sommer riechen. Mir gefällt das Album außerordentlich gut, definitiv eine der besten Jazz-Neuerscheinungen in diesem Jahr bisher.
Ganz besonders freut uns auch, dass das Studnitzky Trio bei unserem ersten Between the Beats Jazz-Festival auftreten wird. Die drei werden am 24. September 2010 im »Jazz-Club« (Kleiner Saal) des Festivals nach dem Solo-Konzert des Bassisten Dieter Ilg ihr Album live präsentieren. Sebastian Studnitzkys erstes Trioalbum hat er übrigens mit Dieter Ilg am Bass eingespielt. Gibt es Zufälle....?
22.08.2011
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