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07.04.2010 | Dennis Wiesch
Dem Fernsehsender Deluxe Music ist es tatsächlich zu verdanken, dass ich auf Rusconi aufmerksam wurde. Neben dem lustigen und unkonventionellen weil kunstvollen Video zu dem Song »Point Of No Return« bewunderte ich vor allem die sehr prägnanten Chords, die mich erstmal nicht mehr loslassen sollten. Also schleunigst das dazugehörige Album »One Up Down Left Right« gekauft und ich war Fan des äußerst sympathischen wie jungen Züricher Trios.
Kopf der Gruppe ist der Pianist Stefan Rusconi, der die Band im Jahr 2001 gegründet hat. Die weiteren Mitglieder sind Claudio Strüby (Schlagzeug) und Fabian Gisler (Bass). Alle Drei sind in etwa Anfang 30 und studierte Musiker. Und eben genau dieses oben genannte Album bescherte der Band erstmals auch internationale Aufmerksamkeit. Ausgestattet mit einem Plattenvertrag bei Sony Music spielten sie auf vielen renommierten europäischen Festivals und eröffneten die Konzerte von Künstlern wie Till Brönner und Joshua Redman.
Nun erscheint diese Tage ihr mittlerweile viertes Album »A Sonic Life«. Auf dieser CD widmen sich die Musiker der Mutter aller Noiserock-Bands – Sonic Youth – aus einer ungewohnten Perspektive. Simpel ausgedrückt könnte man sagen, dass die Band schlicht und einfach versucht, die komplexen Songstrukturen Sonic Youth’s in ein Jazzgewand zu verpacken und auf ihre ganz eigene Art und Weise zu interpretieren. Aber ganz so einfach wie es sich anhört, ist es dann doch nicht. Die Songs werden nicht einfach kopiert und nachgespielt, die Schweizer setzen sich im klassischen Trio-Format mit ihren Vorbildern auseinander und dies ohne ihren typischen Sound zu verlieren. So ist ein Album entstanden, das eine der ungewöhnlichsten Klangschöpfungen der Rockgeschichte auf eine faszinierende Art neubewertet. Hierbei werden ein ums andere mal gewöhnliche Jazzstrukturen aufgebrochen und durch rockige Ansätze verstärkt.
Bei der Entstehung des Albums war es sicherlich hilfreich, dass Claudio Strüby und Fabian Gisler nicht so sehr mit dem Sound der Band vertraut waren und sich mit einer in diesem Fall äußerst hilfreichen Distanz dem Projekt annähern konnten. Dass drei Songs aus der Feder Stefan Rusconis stammen, fällt im Grunde nicht auf, sie fügen sich nahtlos in das Konzept von »A Sonic Life« ein. Das Album wurde komplett mit akustischen Instrumenten eingespielt und im Gegensatz zu den Vorgängeralben ist hier teilweise richtig Dampf drin.
Ein Stück besonders hervorzuheben fällt schwer, aber »Hits Of Sunshine (For Allen Ginsberg)« ist so ein Song, der mich einfach nicht mehr loslassen will. Diese repetitive äußerst groovende Bassline, die dezenten Drumschläge und spärlichen Melodien des Pianos fesseln mich ein ums andere Mal. Hier passiert in fast neun Minuten eigentlich nicht sehr viel, aber irgendwie doch alles. Ein echtes Highlight! So wie das komplette Album!
Tolle Idee, gewagter Schritt, souverän umgesetzt.
Wir freuen uns außerordentlich auf den Auftritt von Rusconi auf dem Between the Beats Jazz-Festival am 23.09.2010!
Weitere Infos und Tickets gibt es hier.
22.08.2011
Jan Obri
Bezeichnender Song für meine wieder entdeckte Liebe zu 60s, Soul und R&B...
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