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23.03.2010 | Dennis Wiesch
Endlich ein neues Album des Weltklasse-Schlagzeugers Manu Katché. Der 51-jährige Franzose hat für sein drittes Album auf dem Münchener Superlabel ECM ein hochklassiges Quartett zusammengestellt, und mit ihnen im Dezember 2009 in Südfrankreich das Album »Third Round« eingespielt.
Erfahrung konnte Katché, der auf dem TV-Sender Arte jeden Donnerstagabend seine eigene Fernsehsendung »One Shot Not« moderiert, in seiner langen Karriere schon mehr als genug sammeln. So war Katché in den 80er Jahren fester Bestandteil der Bands von Sting, Peter Gabriel, den Dire Straits und Tracy Chapman, mit denen er neben einer Menge Konzerte auch diverse legendäre Alben einspielte.
Nachdem seine ersten beiden CDs »Neighbourhood« und »Playground« auf ECM neben einem qualitativ hochwertigem Klang auch vom Namen her eine wahre All-Star-Besetzung (Jan Garbarek, Tomasz Stanko, Marcin Wasilewski, Trygve Seim) geboten haben, greift er auf seinem neuen Album eher auf Musiker zurück, die der breiten Jazzszene eventuell eher unbekannt sein dürften, ihn aber in seiner Karriere auch schon das ein oder andere Mal begleitet haben. So war der Londoner Pianist Jason Rebello Bestandteil der Band von Sting. Mit dem Bassisten Pino Palladino, der auch schon mit John Mayer und D’Angelo zusammenarbeitete, spielte Katché in den letzten 25 Jahren in den verschiedensten Formationen immer wieder mal zusammen und den norwegischen Saxophonisten Tore Brunborg lernte er über die große ECM-Familie kennen. Unterstützt wird dieses perfekt harmonierende Quartett auf manchen Stücken noch durch den Gitarristen Jacob Young und Kami Lyle, eine amerikanische Trompeterin und Sängerin.
Diese komplett neue Band bringt natürlich einen veränderten Sound mit sich, und so ist das neue Album vor allem eines geworden: lässig! Diese Lässigkeit zieht sich durch die insgesamt elf Songs des Albums, allesamt getragen von Katchés punktgenauer Perkussionsarbeit, die wunderbar abgestimmt mit Palladinos Bassläufen das Grundgerüst von »Third Round« bildet. Erinnert der Opener »Swing Piece« noch ein wenig an das Vorgängeralbum, ist spätestens beim zweiten Stück »Keep On Trippin’« genau diese Zurückhaltung und Entspanntheit mehr als deutlich herauszuhören. Dieses Stück versetzt einen unmittelbar in die richtige Stimmung, die das Hören der weiteren Songs zum Genuss werden lässt. Stilistisch befindet sich das Album irgendwo zwischen minimalem Funk, modernem Jazz und elegantem Pop, angereichert durch eingängige wie zwingende Melodien und perfekt aufeinander abgestimmte Harmoniefolgen. Selbst Songs wie »Springtime Dancing« mit brasilianischen Reminiszenzen und das melancholische »Stay with you«, gesungen von Kami Lyle fügen sich organisch in das Gesamtkonzept ein.
Da bleibt mir zum Schluss nichts anderes übrig, als den äußerst zutreffenden abschließenden Satz der Pressemitteilung zu zitieren: »Es ist eben ein sehr gelassenes Spiel, das hier in die dritte Runde geht…«.
Wir freuen uns schon sehr auf den Auftritt von Manu Katché auf dem Between the Beats Jazz-Festival am 24.09.2010!
Weitere Infos und Tickets gibt es hier.
Während des Fluges von Dubai nach München den Artikel zum Album von Norbert Dömling - Süddeutsche Zeitung - gelesen. Der machte mich schon neugierig, sagte er doch: ein Werk des Ausgleichs und der Zurückhaltung - von fast perfekter Schönheit. Und nun dein Artikel; nun geht's nicht anders, als die CD kaufen und dann entspannt zuhören. Guter Artikel, Dennis.
Ich habe mir Third Round auch schon gekauft und auch die SZ-Besprechung vorher gelesen. stimmt alles, was da drin steht. Das Album zeigt Manu Katchés außergewöhnliche Klasse: Diese reduzierte pointierte Spielweise ist einzigartig und hilft alles etwas zu entschleunigen. Bin gespannt, wie er live kommt.
Dennis Wiesch
30.03.2010 | 15:49
Bei diesem Album bleibt einem wirklich nichts anderes übrig, als entspannt zuzuhören! Bin nach wie vor sehr angetan von dem Album.
Wir freuen uns auch sehr auf sein Konzert bei unserem Festival.
Jon
06.04.2010 | 07:34
Habs mir jetzt endlich auch zugelegt. Tolle Platte, die mir die Ostertage verschönert hat. Nur die Sängerin gefällt mir gar nicht, hätte er sich echt sparen können.
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