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24.02.2010 | Dennis Wiesch
Von Jean-Paul »Bluey« Maunick und seinem 2007 verstorbenen Freund Paul »Tubbs« Williams einst in London gegründet, schreiben Incognito mittlerweile seit über 30 Jahren Musikgeschichte. Zum großen Jubiläum kamen am 22. August 2009 knapp 30 Musiker - darunter mehrere Überraschungsgäste im Londoner IndigO2 zusammen. Dieses fantastische Konzert erscheint nun diesen Freitag auf dem deutschen Label in-akustik als Doppel-CD und Doppel-DVD.
Bluey leistete wertvolle Pionierdienste für den Acid Jazz; ja, er trug zur Entstehung dieser Richtung bei. Bereits 1981 erschien das erste Album »Funk Jazz« dieser Band und erreichte prompt die Top 30 der britischen Musikcharts. 1991 wurde dann Gilles Peterson, DJ-Legende und Chef des ehemailgen Kultlabels »Talkin’ Loud“ auf die Band aufmerksam. Nach Hören einiger Demobänder bot er der Band einen Vertrag an und auf einmal ging es sehr schnell. So phänomenale Alben wie »Tribes, Vibes & Scribes« und »Positivity« mitsamt ihrer wohl berühmtesten Hits wie »Always there« und »Don’t you worry bout a thing« sind entstanden. Insgesamt wurden auf »Talkin' Loud« sechs Alben veröffentlicht. 2003 gründete Bluey sein eigenes Label, da er sich auch als Produzent austoben wollte.
Über die Besetzung der Band war eigentlich immer recht wenig bekannt. Bei Incognito herrscht seit jeher eine erhebliche Fluktuation. Da ist der Name nicht mal abwegig. Zum ewigen Bestand gehört allerdings Jean-Paul »Bluey« Maunick (Gitarrist und Komponist) – der Schöpfer und Kopf von Incognito.
Nachdem sich in den 80er Jahren schon die Wege von Bluey und dem anderen Gründungsmitglied Tubbs trennten, suchte Bluey trotz der Dominanz von Punk und New Wave in der britischen Szene voller Tatendrang nach einer passenden »unsichtbaren Soul-Formation.
Nach der Unterschrift unter den »Talkin Loud«-Vertrag zog Bluey los und versammelte einige der alten Mitglieder, zusammen mit weiteren Musikern um sich: Er wollte einen vielschichtigen, voluminösen Sound. Alle paar Jahre geht Bluey seither mit seiner jeweils neuen Formation auf Tour und überrascht das Publikum immer wieder mit großartigen Talenten. So gehörten unter anderem die beiden Sängerinnen Jocelyn Brown und Vanessa Haynes zu dieser Formation und tauchen auch beide auf dieser Live-CD wieder auf.
Die CD »Live in London« bietet alles was ein gutes Konzert zu bieten hat. Auf insgesamt 23 Songs beweisen Incognito sehr eindrucksvoll, warum sie nach wie vor zu Recht als die Könige des Acid-Jazz bezeichnet werden dürfen. Alle großen Hits, ob »Get into my groove«, »Ain’t no mountain high«, »Everyday« oder »Nights over Egypt«, werden natürlich gespielt und klingen so frisch und funky wie eh und je.
Incognito war schon immer eine großartige Liveband, dieses wird durch die fantastische Klangqualität dieser CD nochmals unterstrichen. Auf die nächsten 30 Jahre!
Jon
28.02.2010 | 14:24
Incognito hab ich vor bestimmt 10 Jahren mal live gesehen. War in Stuttgart. Fand die live wesentlich besser als auf ihren Platten.
Ich habe Incognito am 1. November 2008 bei der Acid Jazz Night in Leverkusen live gesehen. Es war ein großartiges Spektakel, vor allem dank Jean-Paul Maunick. Er versteht es sein Publikum anzuheizen und jeden einzelnen – ob alt oder jung, ob langjähriger Fan oder einfach nur spontaner Zuhörer... – mitzureißen. Denn Maunicks Art ist einfach völlig unbefangen und locker, alles wirkte sehr familiär und persönlich. Und so kam es zwischen durch auch dazu, dass Maunick zwischen den Songs einige Anekdoten verlauten ließ und ein wenig über die Entstehungsgeschichte von Incognito mit uns teilte – ein gelungene Abwechslung zwischen dem musikalischen Ohrenschmaus.
Und somit gebe ich Dir Recht, Jon, live ist es einfach etwas völlig anderes und reißt einen viel mehr mit. Somit auch schön, dass sich die CD-Kritik auf ein Live Album von Incognito bezieht. Ich denke, dass ich es kaufen werden, denn es wird mich immer an die Erlebnisse auf der Acid Jazz Night erinnern.
Mal wieder nen guter Artikel plus positive Kommentare dazu, diue mich dazu gebracht haben, die CD zu kaufen. Sorry Dennis, diesesmal nicht meine Geschmack getroffen - mich nervt das einfach. Zur Erholung höre ich mir gerade ' Everybody knows this is somewhere ' von Neil Young an. Aber nichts für Ungut, so ist das mit den Geschmäckern.
Danke für deinen Kommentar, Fiedje.
Schade dass Dir die CD nicht gefällt, man muss beim Hören aber auch in der richtigen Stimmung dazu sein. Jetzt gerade könnte ich mir das Album z.B. auch nicht anhören.
Aber mit dem Neil Young Album als Kontrastprogramm hast Du auf jeden Fall eine gute Entscheidung getroffen!
Vielleicht ist bei live Alben ja auch etwas anderes, wenn man vorher auf dem Konzert war. Denn dann kommen einem direkt Bilder von dem Konzert in den Sinn, die man mit den jeweiligen Songs in Verbindung bringt. Schade Fiedje, aber ganz aufgeben würde ich das Album an Deiner Stelle noch nicht, vielleicht ändert sich Deine Meinung ja noch, wenn Du auf einem Konzert warst.
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Eines der prägendsten Piano-Jazz-Stücke ever! Monk in Hochform.
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