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15.02.2010 | Markus Muffler
1958 scheint ein ziemlich gutes Jahr in Newport gewesen zu sein. Im Juli gaben sich damals unter anderem Louis Armstrong, Mahalia Jackson, Chuck Berry, Thelonius Monk oder auch Jimmy Guiffre ein Stelldichein an der Küste des US-Bundesstaates Rhode Island. Am Nachmittag des 6. Juli gab es damals auch einen knapp 45-minütigen Auftritt des amerikanischen Pianisten Horace Silver mit seinem Quintett, den Blue Note nun nach 50 Jahren erstmalig veröffentlichte.
Zum Glück muss man sagen, denn die Aufnahme zeigt eindrucksvoll, wie funky Hardbop-Meister Horace Silver sein Quintett damals schon eingestellt hat, und warum er mit seinem energiegeladenen Sound dem Jazz der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts seinen eigenen Stempel aufgedrückt hat.
Neben dem heute 80-jährigen Horace Silver am Piano, spielten damals Louis Smith (Trompete), Junior Cook (Tenorsaxophon), Gene Taylor (Bass) und Louis Hayes (Schlagzeug) ein wunderbares Set, das mit dem rund 13-minütigen »Tippin« startet, bei dem Junior Cook ganz besonders durch ein herrlich rundes, in all dem Drive, auch weiches Tenorsolo glänzt. Mit »Senior Blues« gönnt einem die Band, nach dem eben erwähnten »Tippin« und dem nachfolgenden »The Outlaw«, eine kleine Verschnaufpause. Ein lässiger »Latin Beat« nimmt das Tempo etwas heraus und zeigt wie gut gerade Gene Taylor am Bass und Louis Hayes an den Drums miteinander harmonieren. Mein Lieblingsstück auf »Live at Newport 58« ist schließlich »Cool Eyes«. Es ist eine wahre Freude sich bei dieser Nummer darin zu vertiefen, wie tight und gleichzeitig solistisch brillant die Band ist.
Gerade bei »Cool Eyes« wird auch deutlich, dass hier aufnahmetechnisch und in der Nachbearbeitung ein sehr guter Job gemacht wurde. Wenn man die Augen beim Zuhören schließt, kann man sich sehr gut eine entspannte Jazzclubatmosphäre am Sonntagnachmittag am Meer vorstellen. Viel Spass!
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Dennis Wiesch
Eines der prägendsten Piano-Jazz-Stücke ever! Monk in Hochform.
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