Konzertbericht Blur live @ Hyde Park London 03.07.2009
Geschrieben von Dennis Wiesch am 8. Juli 2009 | Abgelegt unter Allgemein, Konzert, Musik
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Letzte Woche Freitag hatte das Warten endlich ein Ende. Nach sechs Jahren Funkstille standen sie endlich wieder zusammen auf der Bühne. Die Band, die in den 90er Jahren vor allem die britische Pop- und Rockmusik wie kaum eine andere Band so nachhaltig beeinflußt hat. Die Rede ist von Blur. Und sie hätten sich für diese Reunion wahrlich keinen besseren Ort als den Londoner Hyde Park aussuchen können.

Natürlich waren die Mitglieder nicht ganz verschwunden, sie widmeten sich eher ihren eigenen Projekten. Der umtriebigste ist und war Damon Albarn, der Leadsänger. Der mit seinen Nebenprojekten Gorillaz, The Good, The Bad & The Queen, einem Soloalbum, Beteiligung an einem Label und Filmmusik-Kompositionen sicherlich gar nicht zur Ruhe kam. Graham Coxon, Gitarre, zeichnete sich in der Zeit für zwei eigene Alben verantwortlich und Alex James, Bass, kümmerte sich eher um die Förderung von Nachwuchsmusikern. Einzig Dave Rowntree, Schlagzeug, ging einem eher bürgerlichen Beruf nach.

Angekündigt wurde das Konzert äußerst unerwartet im Dezember 2008. Die 50.000 Karten waren nach nicht mal zehn Minuten ausverkauft. Schnell wurde ein Zusatzkonzert organisiert und Auftritte bei Glastonbury und T in The Park sowie diverse kleine Clubgigs bekannt gegeben. Dem ganzen die Krone aufsetzen sollte ein unangekündigter Auftritt in Londons ruhmreichem Plattenladen “Rough Trade“, der natürlich aus allen Nähten platzte.

Das Wetter an diesem Nachmittag im Hyde Park war wie gemalt für dieses Mini-Festival, blauer Himmel und Sonne so weit das Auge reichte. Vor Blur spielten noch vier Vorbands: Deerhoof, Florence & The Machine, Amadou & Mariam und Vampire Weekend. Von etwas schräger zu gefälliger Popmusik über tanzbare Weltmusik bis hin zu leicht melancholischem und folkloristischen Indiepop war alles dabei und stimmte gut ein auf das, was dann kommen sollte.

Um 20.20 Uhr Ortszeit war es dann endlich soweit: unter nicht mehr enden wollendem Jubel brechen die prägnanten Gitarrenriffs von “She’s So High” aus ihrem Debutalbum “Leisure” über uns nieder. Ein Strahlen und ein Gefühl der Glückseligkeit umgibt mich und wird mich die nächsten 2 1/4 Stunden auch nicht mehr loslassen. Die Band klingt besser denn je, harmoniert als hätte es nie eine Pause gegeben, steckt mit ihrer Spielfreude das Publikum direkt an und gibt den Takt vor. Die Bühnenpräsenz des mittlerweile doch etwas gealterten Damon Albarn beeindruckt wie eh und je und jeder im Hyde Park frisst ihm aus der Hand. Die Zeit bis zum Ende des Konzertes rauscht an mir vorbei wie im Flug. Kein Hit wird ausgelassen: “Girls & Boys“, “Tender”, “Park Life”, “Country House”, “End Of A Century”, “Beetlebum”, “To The End”, “Coffee & TV”, alles wurde gespielt. Aber auch eher unerwartete Songs wie zum Beispiel “Death Of A Party” oder “Trimm Trabb” kamen zu Ehren und begeisterten mich fast noch mehr wie die üblichen Verdächtigen. Durch diverse Großbildleinwände und vielen auf dem ganzen Gelände verteilten Boxentürme war der Sound überall einwandfrei und die Bandmitglieder auch gut zu erkennen.

Zum Abschluß durfte natürlich Blur’s größter Hit, “Song 2“, nicht fehlen. Ein Song, den ich eigentlich noch nie so richtig leiden konnte, mich aber in diesem Moment an diesem Ort bei diesem Ereignis genauso wie alle anderen völlig mitgerissen hat. Den krönenden Abschluß besorgte dann das wunderschöne “The Universal“, das nochmals Gänsehaut erzeugte und uns erschöpft, aber glücklich, in die Londoner Nacht entließ und uns dieses außergewöhnliche Ereignis nie vergessen lässt.

Was mich so sehr beeindruckte war, dass Blur auch nach sechs Jahren Pause nach wie vor in der Lage ist, allen zu demonstrieren wer immer noch der Chef in Sachen Britpop ist. Blur stehen einfach für einen sehr kreativen, vielfältigen, unnachahmlichen Sound, der trotz allem Wiedererkennungswert hat, ohne sich dabei zu wiederholen oder zu langweilen. Eine Tatsache, die mir beim “Nachwuchs” wie z.B. den Arctic Monkeys, Bloc Party, Maximo Park und wie sie alle heißen, noch nicht aufgefallen ist.
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