Nachbericht zur jazzahead in Bremen Teil 2

Geschrieben von Dennis Wiesch am 20. Mai 2009 | Abgelegt unter Allgemein, Konzert, Musik

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Wenn mich die jazzahead eines gelernt hat, dann daß alle Teilnehmer zu einer großen Familie gehören und sich gegenseitig unterstützen so gut sie nur können. Das finde ich sehr beachtlich, haben es doch gerade viele Jazzkünstler sehr schwer, an Auftritte heranzukommen und die Veranstalter, ihre Clubs und Konzertsäale voll zu bekommen.

Für mich als “Rookie” und Neuankömmling unter all den etablierten Austellern auf der Messe war es anfangs in etwa ein Gefühl, wie mitten im Schuljahr in eine neue Klasse zu kommen. Alle kennen sich untereinander und man selbst als “der Neue” wird erstmal argwöhnisch betrachtet. Allerdings legte sich das anfängliche Unwohlsein recht schnell. Ich wurde an allen Ständen sehr freundlich und interessiert empfangen und konnte bald erste Kontakte knüpfen.
Mir wurden eine Menge neuer Künstler und Labels vorgestellt und unzählige CDs geschenkt, die jetzt erstmal in Ruhe durchgehört werden müssen. Viele davon werden hier in diesem Blog in den nächsten Wochen und Monaten noch Erwähnung finden.

Die Livekonzerte auf der jazzahead waren dieses Jahr wirklich ganz große Klasse. Neben diversen bekannteren Musikern wie Fredrika Stahl, Norma Winstone oder John Abercrombie, bot die Messe gerade vielen jungen Nachwuchskünstlern eine tolle Plattform, sich den Besuchern vozustellen. So fanden schon tagsüber parallel zur Messe viele Konzerte im Borgward Saal und in der Halle 4.1 statt und setzten sich dann Abends in einem wesentlich lockeren Rahmen im Schlachthof fort. Der Schlachthof ist schon längst nicht mehr aus der Bremer Kulturszene wegzudenken und hier finden neben einer Vielzahl Konzerte auch Lesungen und DJ-Parties statt.

Am Freitag abend kam ich in den Genuss zweier wirklich hochkarätiger deutscher Formationen: Oktoposse und das Mischa Schumann Trio. Während man bei einem Bier einige Labelbetreiber, Veranstalter, Booker und Künstler auch auf privater Ebene ein wenig kennenlernen konnte, spielten sich beide Gruppen wirklich die Seele aus dem Leib. Gerade Oktoposse, deren Mischung aus alt und neu, klassisch und modern, ruhig und rockig, durchmischt mit vielen Improvisationen haben mich sehr begeistert und in ihren Bann gezogen. Ihr Markenzeichen ist der Jogginganzug und sie konnten in der Vergangenheit auch schon den ein oder anderen Nachwuchspreis abräumen. Dieser Konzertabend war eine tolle Idee der Veranstalter und mit geschätzten 250 Zuhörern auch sehr gut besucht.

Die Konzerte am Samstag abend konnte ich leider nicht mehr besuchen, da ich am Nachmittag schon wieder abreisen musste.

Ich werde nächstes Jahr definitiv wieder mit noch mehr Zeit im Gepäck hinfahren, weitere interessante neue Inspirationen und Impressionen sammeln und uns noch stärker mit der internationalen Jazzszene vernetzen. Ein Trip, der sich wirklich sehr gelohnt hat und auch für Menschen, die sich gerne in ihrer Freizeit mit Jazz auseinandersetzen, äußerst lohnenswert ist.

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