Grace Jones Konzertbericht
Geschrieben von Markus Muffler am 2. April 2009 | Abgelegt unter Allgemein, Konzert, Musik
Wir sind umgezogen! Between the Beats – Home of Handpicked Music ist jetzt unter www.between-the-beats.de erreichbar!
—
Grace Jones: Hurricane Tour 2009
25.3.2009, Frankfurt am Main / Jahrhunderthalle
Endlich gibt es ihn, den Beweis, daß es erstens Sounds aus den 80ern gibt, die live sehr sehr lebendig sind und zweitens, sich die Revivals dieser Zeit nicht nur auf infantilen NDW-Schrott oder würde- und einfallslosen Geriatrik-Rock beschränken müssen. Grace Jones, inzwischen fast 61-jährig, ist dieser Beweis. Ihre Show, die sie am 25.3. in Frankfurt ablieferte, war eine tolle Mischung aus Stücken Ihrer ganz großen Zeit in den 70ern und 80ern, sowie aus Ihrem phantastischen aktuellen Album “Hurricane“. Das Konzert war keine aufwendig produzierte und choreografierte seelenlose Riesenshow, sondern auf ganz hohem musikalischen Niveau cool, stylish, sexy und groovy. Grace Jones ist und bleibt ein Gesamtkunstwerk, die es versteht den schwierigen Spagat zwischen kühler Distanziertheit und Herzenswärme so zu schaffen, daß es authentisch bei uns, dem Publikum, ankommt.
Der Groove war bei dem Konzert natürlich ganz schnell eingerichtet. Grace Jones eröffnete mit “This is Life“, dem ersten Stück aus “Hurricane”. Bei “My Jamaican Guy“, der dritten oder vierten Nummer, hielt es dann schon keinen mehr auf den Sitzen der Jahrhunderthalle. Frau Jones koketierte mit uns, sie erzählte uns ein bisschen etwas von den Mühen nach einer langen Schaffenspause, wieder ein Album aufzunehmen. Was dabei herauskam, wissen wir schon seit November des vergangenen Jahres. Live sind die Stücke dann noch einmal eine Klasse für sich. Bei “Hurricane” stellt sie sich dem Wind eines riesigen Ventilators entgegen; tolle Dramatik, ohne Kitsch. Highlights des Konzerts waren “La Vie en Rose“, bei dem Grace Jones an einen Laternenpfosten gelehnt mit wenigen stilistischen Mitteln ein Pariser Bohèmegefühl erzeugte, “Love is a Drug“, dem Roxy Music Klassiker, den sie 1980 für ihr Album “Warm Leatherette” aufgenommen hatte und bei dem uns brachiale Gitarrenriffs um die Ohren gehauen wurden. Meine absoluten Favourites waren “William’s Blood” aus ihrer neuen CD “Hurricane”, einfach weil es ein tolles Stück ist und “Pull up to the Bumper” aus dem Album “Nightclubbing” von 1981, weil es großartig produziert ist (Chris Blackwell und Alex Sadkin) und fantastisch groovt. Wenn Sie die Möglichkeit haben, Grace Jones bei ihrer Tour zu sehen, gehen Sie hin. Sie wird im Sommer unter anderem noch bei den Jazz Open in Stuttgart auftreten.
1 Kommentar »






am 19. Mai 2009 um 09:16 1.morecomp schrieb …
Wahnsinn, dass sie mit 61 Jahren immer noch auf der Bühne steht.