Gegen den Mainstream!
Geschrieben von Louise Neill am 6. April 2009 | Abgelegt unter Allgemein, Between the Beats, Musik
Wir sind umgezogen! Between the Beats – Home of Handpicked Music ist jetzt unter www.between-the-beats.de erreichbar!
—
Unsere liebe Kollegin Louise Neill aus der Nähe von London hat für unseren englischen Blog einen tollen und auch kritischen Artikel über die englische Musikindustrie verfasst. Wir haben für Sie den Artikel sinngemäß ins Deutsche übersetzt, da wir ihnen diesen Beitrag auf keinen Fall vorenthalten wollen:
Die englische Musikindustrie hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Ein Thema, dass in der kommerziellen Medienlandschaft auch äußerst breitgetreten wurde. Angeklagt werden vor allem die vier großen Musiklabels, die alle in einer Art Zeitschleife festzustecken scheinen und lieber illegales Downloaden für ihre Umsatzeinbrüche verantwortlich machen, anstelle sich mal ernsthaft mit den Möglichkeiten des digitalen Zeitalters für ihre verstaubten Geschäftsmodelle vertraut zu machen. So ist nichts anderes passiert, als dass Sie die Kontrolle über ihre Absatzmärkte verloren haben. Durch den rasanten Aufstieg neuer Medien wie Facebook, MySpace oder Twitter ist es dem “normalen” Menschen möglich geworden, seine Musik zu verbreiten und alle Welt auf sich aufmerksam zu machen. Die Labels verlieren durch diesen Prozess ganz klar an Macht, waren Sie es doch sonst immer, die bestimmt haben, welcher Song welches Künstlers wann wie wo veröffentlicht wird oder nicht. Es bedarf keinerlei Zustimmung eines Labelbosses mehr, was gehört werden kann und eventuell zum Erfolg wird. Hinzu kommt, dass es mittlerweile auch Fälle gibt, wo bestimmte Künstler komplett ohne Label arbeiten und ihre Veröffentlichungen selbst managen und koordinieren (Beispiel Radiohead).
Aber nicht nur das digitale Zeitalter beeinflußt die Entwicklung der Musikindustrie. Kommerziell erfolgreich waren in den letzten Jahren oft nur noch Künstler, bei denen im Hintergrund eine riesige Marketingmaschinerie lief, die das entsprechende Aussehen hatten und Songs gesungen haben, die ihnen von profitorientierten Produzenten auf den Leib geschrieben wurden. Allesamt Lieder ohne Aussage und Tiefgang, äußerst glatt produziert und somit massentauglich. Das hat den Effekt, dass z.B. Livekonzerte dieser Künstler perfekt durch-choreographiert sind und überhaupt kein Raum mehr für Spontanität gegeben ist. Aber gerade das ist es doch, was hängen bleibt und das Musikgeschäft in seinen gloreichen Tagen weiterentwickelt hat. Wir gehen fest davon aus, dass sich dieses bald wieder ändern wird. Konsumenten schaffen sich gerade in diesen Tagen bedingt durch die globale Finanzkrise eine erhöhte Wahrnehmung ihrer eigenen Umgebung und besinnen sich wieder auf einfache Werte. Diese bewusst erzeugten Exzesse der Musikindustrie, die sich in den letzten Jahren stark vermehrt haben, stimmen in keinster Weise mehr mit der heutigen Zeit und den Bedürfnissen überein. Die Entwicklung geht immer stärker dahin, dass sich die Konsumenten von diesem Kunstprodukt “Mainstream”, mit dem sie tagtäglich konfrontiert werden sobald sie das Radio einschalten, wegbewegen.
Wir haben das Gefühl, dass Konsumenten sich wieder wesentlich mehr auf Musik einlassen wollen, die von Künstlern mit eigenen Ideen und eigener Kreativität individuell entwickelt worden ist und den Zuhörer begeistern und überraschen kann. Die Marke “Between The Beats” fokussiert sich darauf, genau diese Musik aufzuspüren, zu unterstützen und an Sie weiterzugeben. Between The Beats trennt die Spreu vom Weizen, konzentriert sich stark auf handverlesene Musik, kreiert ein Forum dass Ihnen nur die Perlen vorstellt und entwickelt eine Internet-Community, die gemeinsam gegen den Mainstream vorgeht.
1 Kommentar »






am 8. April 2009 um 12:28 1.Anna schrieb …
Liebe Louise Neill, liebes Team,
ich bin total begeistert von Deinem Artikel! Er hat mich persönlich vor allem auch deshalb angesprochen, weil ich mich momentan auf eine Diplomprüfung bzgl. neuer Medien & der damit einhergehenden gesellschaftlichen Veränderungen vorbereite.
Nicht nur die Musikindustrie stellt sich kaum auf das neue digitale Zeitalter ein und lässt sich wertvolle Möglichkeiten der Vermarktung entgehen. Auch viele andere gesellschaftliche Bereiche verpassen Tag ein Tag aus eine Vielzahl an Chancen, die uns die Informations- und Kommunikationstechnologie bereit hält. So z.B. die Schule, die noch immer nicht begriffen hat, dass Medien und ihre Vernetzung ein wichtiger Faktor für die gegenwärtige und zukünftige Teilhabe in unserer Gesellschaft sind. Dabei könnten sämtliche Bereiche von den sich rasant entwickelnden Technologien profitieren, zu ihrem Vorteil nutzen und so auch gleichzeitig eine größere Gruppe ansprechen – sei es neue Kunden für die Musikindustrie oder größeres Interesse der Schüler.
Des weiteren finde ich die kritische Stellungnahme bzgl. des Mainstream Konsums sehr gelungen! Diese Darstellung trifft einfach in allen Punkten zu und spiegelt die gesellschaftliche Entwicklung gen Individualität und Abkehr vom Mainstream wieder! Ich freue mich dies bzgl. deshalb umso mehr, wenn endlich mal eine Bewegung entsteht, die sich aktiv dem Mainstream abwendet und genau die Musiker fördert, die einmalig und authentisch sind, die ihrer Kreativität freien Lauf lassen und die es einfach verdient haben auf der Bühne zu stehen und von ihrem Publikum begeistert umjubelt zu werden.
Vielen Dank für den interessanten Artikel! Weiter so,
viele Grüße.
Anna